Die Neschermühle hat eine lange Historie.
Sie wurde im Jahre 1632 als Ölmühle errichtet. Hier konnten die Bauern der umliegenden Gebiete aus ölhaltigen Früchten wie Raps oder Bucheckern Öl herstellen lassen.
Ab 1657 wurde dort auch Korn zerrieben und dadurch Mehl gewonnen.
Erst um 1700 wurde die Mühle mit einem Wohnhaus versehen und ist seither bewohnt.

Seit 1949 unterhielt die Familie Müller neben dem Mühlenbetrieb zusätzlich eine „Gastwirtschaft mit Familienanschluss“.

Die Neschermühle entwickelte sich fortan über Jahrzehnte zu einem beliebten Ausflugsziel. Generationen von Menschen aus der Region feierten hier Geburtstage, Jubiläen und andere Feste – und genossen dabei die besondere Gastfreundschaft des Hauses.
Diese war untrennbar mit dem Namen Werner Müller verbunden.

Der sympathische Wirt führte den Betrieb bis 2011 mit viel Leidenschaft und Herzblut. Danach genoss er seinen wohlverdienten Ruhestand in seinem idyllischen Zuhause.
Doch im März 2025 änderte sich alles. Der rüstige und lebensfrohe „Neschermüllisch Werner“ verstarb plötzlich und unerwartet im Alter von 82 Jahren.
Nach Monaten der Trauer und des Sortierens von Gedanken und Hinterlassenschaften stellte sich für seine Tochter Ute, Enkelin Julia und deren Lebenspartner Maxi Sprau die Frage:
Wie soll es mit der Neschermühle weitergehen?

Die entscheidende Idee kam – wie so oft im Leben – eher beiläufig daher. Eine Arbeitskollegin von Julia, die von der Neschermühle schon immer begeistert war, sagte ganz lapidar: „Macht doch eine Ferienwohnung. Hier ist es so schön – da würden bestimmt viele Urlaub machen wollen!“
Ein Satz, der sich bei Julia offensichtlich festsetzte. Wer Julia Müller kennt, weiß: „Langsam reifen lassen“ gehört nicht unbedingt zu ihren bevorzugten Arbeitsmethoden, sodass im Januar 2026 aus dem Gedanken bereits ein konkreter Plan geworden war.
Jeder Raum sollte ein eigenes Farbkonzept erhalten. Sämtliche bauliche Veränderungen, Möbel, Accessoires und sogar die Dekoration waren gedanklich bereits fest ge- und verplant. Baumärkte wurden abgeklappert und die IKEA-Listen wurden länger und länger.

Julia wusste genau, wie die Ferienwohnung aussehen sollte. Jetzt musste nur noch jemand dafür sorgen, dass ihre Vorstellungen auch Realität würden.
Zunächst galt es allerdings, die behördlichen Hürden zu nehmen. Im März wurde der Antrag auf Nutzungsänderung gestellt. Während die Mühlen der Bürokratie noch behäbig kreisten, ging es in der Neschermühle schon richtig rund.
Mit viel Euphorie, manchmal aber auch mit Wehmut wurde zunächst ausgeräumt und entrümpelt.

Auf dem Wertstoffhof wurden die Faminienmitglieder bereits mit Namen begrüßt.
Danach wurde gestrichen und Laminat verlegt.

Die Elektrik musste angepasst und ausgebessert werden. Vieles wurde neu angeschafft, manches gebraucht gekauft und einiges kurzerhand selbst hergestellt. Alte Möbelstücke bekamen eine zweite Chance.

Türen und Türrahmen wurden aufgehübscht und sogar die Gardinen selbst genäht.
Während sich drinnen langsam Raum für Raum verwandelte, wartete draußen ebenfalls reichlich Arbeit. Die Schafswiese musste neu eingezäunt werden.

Die Außenanlagen waren zu pflegen, es musste Holz gemacht werden und die vielen Haustiere verlangten auch ihre tägliche Zuwendung.

Denn zu einem schönen Feriendomizil gehört mehr als nur eine gemütliche Wohnung. Es ist ein Ort, an dem man sich rundum wohl und geborgen fühlen sollte, die Seele baumeln lassen und seinen Urlaub genießen kann – auch im Winter.
Zum Glück mussten Ute und Julia das Mammutprojekt nicht alleine stemmen. Zahlreiche Helfer aus Familie und Freundeskreis packten kräftig mit an.
Besonders Julias Vater und Maxis Opa erwiesen sich als wahre Alleskönner. Wo andere ein Problem noch gar nicht richtig erfassten, hatten die beiden schon längst die Lösung parat – und legten natürlich auch gleich selbst Hand an. Nebenbei gab es von ihnen natürlich praktische Lehrstunden in der Kategorie: „So macht man das!“

Auch aus dem Freundeskreis kamen viele fleißige Helfer zusammen. Es wurde gestrichen, an der Elektrik gewerkelt, aufgeräumt, eingerichtet – und am Ende sogar noch professionell fotografiert, damit die Ferienwohnung im Internet auch ordentlich etwas hermachte.

Ute und Julia waren begeistert von so viel Unterstützung und so wurde nach Abschluss der Arbeiten am 26. Juli kurzerhand ein Helferfest und gleichzeitig ein kleiner Tag der offenen Tür veranstaltet.
Bei Kaffee, netten Gesprächen und – wie sollte es in der Neschermühle auch anders sein – jeder Menge leckerem Kuchen wurde gemeinsam auf das Erreichte angestoßen:


Nur wenige Tage später war es dann so weit: Rund sechs Monate nach Beginn der Renovierungsarbeiten ging die Ferienwohnung zum 1. August bei „Airbnb“ und „Booking“ online.
Keine 24 Stunden später trudelten bereits die ersten Buchungsanfragen ein. Der erste Monat wurde zu einem vollen Erfolg: Sieben Buchungen mit insgesamt 21 Gästen, darunter sieben Kinder, sowie zwei Hunde wurden angenommen.
Gerade die vierbeinigen Gäste kommen in der Neschermühle übrigens ganz besonders auf ihre Kosten. Die „Heimtiernahrung Marx“ aus Breitscheid stellt freundlicherweise für jeden Hund, der in der Mühle eincheckt, eine gemischte Hundetüte zur Verfügung. Dafür sind Ute und Julia sehr dankbar – und die Leckerlis haben sich bei den vierbeinigen Gästen bereits als echter Renner erwiesen.
Bei all dem Neuen muss man in der Neschermühle aber natürlich auch immer wieder an Werner Müller denken.

An den Mann, der diesen Ort über Jahrzehnte geprägt hat und dessen tägliche Frage an Ute und Julia zum festen Bestandteil des Mühlenlebens gehörte: „Jiddet jet Neues?“
Heute fällt die Antwort darauf eindeutig aus:
„Ja, in der Neschermühle gehen wieder Menschen ein und aus, es wird gelacht, erzählt und gemeinsam Zeit verbracht!“
In der langen Geschichte der Neschermühle hat ein NEUES KAPITEL begonnen!

