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Christiane Stopperich, Leiterin der KiTa Fernthal, hatte mit den Bachpaten Altenwied einen Termin vereinbart, um ihren Schützlingen den vielfältigen Lebensraum in und an unseren heimischen Fließgewässern näherzubringen. Am Samstag, den 13. Juni 2026 trafen sich die engagierten, ehrenamtlich tätigen Fachleute des Vereins mit 17 teilnehmenden Kindern in Begleitung ihrer Eltern am Dinspeler Bach in der Nähe von Reeg.

Pünktlich um 11.00 Uhr begrüßte Sabrina Storz, Vorstandsmitglied der Bachpaten Altenwied die Gäste.

Sabrina Storz erklärte kindgerecht die Aufgaben und Ziele der Bachpaten, umriß den geplanten Tagesablauf und teilte dazu die Teilnehmer in zwei Gruppen auf.

Die Teams mussten 5 Stationen durchlaufen.

Station 1 – Am Sandkasten

An einem Sandkasten wurden modellhaft die unterschiedlichen Strukturen von Fließgewässern dargestellt.

Michael Roth erläuterte anschaulich die grundsätzlichen Unterschiede zwischen einem linearen Bachlauf und einem naturbelassenen, frei entwickelten Fließgewässer.

Dazu hatte er in dem Sandkasten einen „Kanal“ modelliert und erklärte die wesentlichen Merkmale dieser Gewässerform.

Solche Bachläufe werden in der Regel von Menschenhand begradigt und mit Steinen befestigt, wodurch sie ihre lineare Form erhalten.

Der schnelle Wasserabfluss und das Fehlen von Rückhalteflächen führen dazu, dass sich Hochwasserwellen flussabwärts rasch verstärken und erhebliche Überschwemmungsgefahren entstehen können. Gleichzeitig gehen natürliche Lebensräume für Tiere und Pflanzen verloren, und die Selbstreinigungskraft des Gewässers wird stark eingeschränkt.

Ganz anders verhält sich ein naturbelassenes Fließgewässer, dessen theoretischen Verlauf Michael Roth ebenfalls im Sandkasten modellierte.

Gemeinsam erarbeiteten die Kinder die Hauptmerkmale eines natürlichen Bachlaufs und stellten diese am Sandkasten dar.

In den geschwungenen Verlauf wurden Steine und „Totholz“ platziert. An den Ufern steckten die Kinder Äste in den Sand, die „schattenspendende Bäume“ mit ihrem dichten Wurzelwerk symbolisierten.

Besonders beeindruckend war zu beobachten, wie gering die Fließgeschwindigkeit in diesem „naturnahen Bachlauf“ ausfiel.

Michael Roth simulierte anschließend ein Starkregenereignis mit einem extrem hohen Wasseraufkommen und zeigte eindrucksvoll, dass die Strömungsgeschwindigkeit in einem natürlichen Gewässer selbst unter solchen Bedingungen deutlich reduziert wird. Die geschwungene Form und die rauen Uferstrukturen bremsen den Wasserfluß und mindern dadurch die Wucht einer Flut. Zudem können breite Auen große Wassermengen aufnehmen und wie ein Schwamm speichern, wodurch Siedlungen flussabwärts besser vor Hochwasser geschützt sind.

Station 2 – Am Bach

Richtig Action gab es an Station 2.

Hier durften sie Teilnehmer selbst aktiv werden und den „Lebensraum Bach“ erkunden.

Frau Dr. Maria Dommermuth erklärte den Kindern die Aufgabe und wies sie auf die notwendige Achtsamkeit und Vorsicht im Umgang mit dem Lebensraum Bach hin.

Dann wurden die erwartungsfrohen Kinder endlich losgelassen. Mit Sieben bewaffnet schöpften sie unter Wasser und waren gespannt auf das, was sie dort entdecken würden.

Ganz ohne Anleitung ging es jedoch nicht: Die Bachpaten, aber auch die Eltern, standen den unternehmungslustigen Kindern mit Rat und Tat zur Seite.

Von den Bachpaten gab es wertvolle Tipps, an welchen Stellen die Chancen besonders groß waren, interessante Lebewesen zu finden.

Stets das Ziel vor Augen, schöpften die Kids mit vollem Körpereinsatz. Die Gummistiefel erwiesen sich dabei durchweg als zu kurz, sodass an Land jeder Schritt von einem lauten „Glitschen“ und „Quatschen“ begleitet war, wenn das angesammelte Wasser aus den Stiefeln gepresst wurde.

Station 3 – Auswertung

Voller Stolz brachten die kleinen Sammler ihre Ausbeute zur Auswertung ins Zelt.

Vorsichtig wurden die teilweise winzigen Lebewesen mit einer Pinzette zur Analyse in eine Flachwanne umgesetzt, um sie genauer untersuchen zu können.

Kaum waren die Fänge in die Wanne gesetzt, begann das große Gewusel: Die unterschiedlichen Tierchen flitzten kreuz und quer durch das Becken und sorgten für staunende Gesichter bei den jungen Forschern.

Es war faszinierend zu beobachten, mit welcher Einfühlsamkeit und welchem Geschick, die kleinen Händchen die filigranen Werkzeuge bedienten.

Für einen noch detaillierteren Blick auf die eingefangenen Tierchen standen Mikroskope bereit.

Nach einer kurzen Einführung von Dr. Sebastian Krannich eröffneten sich den Nachwuchs-Biologen völlig neue Perspektiven.

Die entdeckten Lebewesen wurden mit den ausgestellten Exponaten sowie den Abbildungen auf den Schautafeln verglichen.

Akribisch wurde geprüft, ob die Angaben der Bachpaten mit den Lehrunterlagen übereinstimmten.

Die Kinder waren mit großer Begeisterung bei der Sache. Es war schön zu beobachten, wie viel Spaß Lernen machen kann!

Station 4 – Audio

In einem separaten Zelt ging es darum, den Klängen der Natur zu lauschen und die dabei gewonnenen Eindrücke zeichnerisch festzuhalten.

Sabrina Storz verteilte Kopfhörer, über die die typischen Geräusche entlang eines Wasserlaufs zu hören waren – von der Quelle über den Bach und den Fluss bis hin zum Meer.

Auf den weichen Decken herrschte eine gemütliche Atmosphäre.

Natürlich mussten die Gummistiefel vor dem Betreten des Zeltes draußen bleiben.

Angeregt von dem Gehörten malten die Kinder beeindruckende Bilder und hielten ihre ganz persönlichen Eindrücke mit Ölkreiden fest. Jedes Kunstwerk spiegelte die Fantasie und Wahrnehmung seines kleinen Künstlers wider.

Station 5 – Bötchen

An der vorletzten Station standen die vielfältigen Eigenschaften des Wassers im Mittelpunkt. Nasse Füße hatten inzwischen alle Kinder bekommen und dadurch die kühlende Wirkung des Wassers bereits hautnah erlebt. Nun sollten sie erfahren, welche Kraft Wasser besitzt und wie sich physikalische Gesetzmäßigkeiten spielerisch erfassen und nutzen lassen.

Philipp Müller hatte zwei Wasserbecken vorbereitet und verteilte an jedes Kind ein Stück Alufolie.

Die Aufgabe bestand darin, daraus ein möglichst schwimmfähiges Bötchen zu formen

Die entstandenen Boote hätten unterschiedlicher kaum sein können – jedes war ein kleines Unikat.

Anschließend wurden die Schiffchen mit Murmeln beladen, bis sie schließlich untergingen. Nach mehrmaligen Versuchen wurden die Boote immer besser und hatten ein größeres Fassungsvermögen.

Auf diese Weise wurden grundlegende physikalische Zusammenhänge anschaulich und spielerisch vermittelt – Erfahrungen, an die sich die Kinder sicherlich noch lange erinnern werden.

Station 6 – Wööschje

Nach dem anstrengenden Parcours freuten sich alle auf die letzte Station: den wohlverdienten Mittagsimbiss.

Markus Rüth erwies sich als perfekter Grillmeister und brachte die leckeren Würstchen „auf den Punkt!“

Nicht nur für die Kinder ging damit ein wunderschöner und zugleich lehrreicher Tag zu Ende. Vor Beginn der Veranstaltung hätte wohl kaum jemand geahnt, wie interessant, vielfältig und spannend die Natur an unseren Bächen sein kann.

Mit ihrem abwechslungsreichen Programm hatten die Bachpaten ein ganz besonderes Erlebnis geschaffen, das Wissen, Entdecken und Spaß auf beeindruckende Weise miteinander verband.

Viele Paten kümmern sich nur wenig um ihre Schützlinge. Im Laufe dieses Tages wurde jedoch deutlich, dass dies auf die Bachpaten Altenwied ganz und gar nicht zutrifft. Mit großem Engagement und viel Herzblut setzen sie sich vorbildlich für ihren Abschnitt der Wied und die benachbarten Bäche ein.

Wer mehr über das bemerkenswerte Engagement der Bachpaten Altenwied erfahren möchte, findet weitere Informationen über diesen Link.