Die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 ist wohl allen Menschen in unserer Region dauerhaft im Gedächtnis geblieben. Nach extremem Dauerregen riss eine bis zu acht Meter hohe Flutwelle Ortschaften, Brücken und Häuser mit sich. 135 Menschen verloren dabei ihr Leben.
Die Ereignisse führten zu weitreichenden Konsequenzen. Neben organisatorischen und personellen Veränderungen wurden auch technische Maßnahmen auf den Weg gebracht. Insbesondere der Katastrophenschutz und die Warnsysteme wurden weiterentwickelt.
Neben Warn-Apps steht inzwischen auch Cell Broadcast zur Verfügung. Damit können Warnmeldungen unmittelbar an Mobiltelefone in betroffenen Gebieten gesendet werden – ohne zuvor eine App installieren zu müssen. Auch das Sirenennetz wurde vielerorts modernisiert und ausgebaut.
Um Hochwasserereignisse möglichst zu bremsen und Wassermengen zurückzuhalten, wurden Rückhaltebecken geschaffen. Auch unterhalb von Fernthal und Borscheid entstand ein riesiger Wasserbehälter.


Gleichzeitig flossen Milliardenbeträge in die Infrastruktur des Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes.
Die Freiwillige Feuerwehr Fernthal wurde im Zuge dieser Entwicklungen mit drei Rettungsbooten ausgestattet.
Die Dreischläger Hüh ist aufgrund ihrer geografischen Lage deutlich weniger hochwassergefährdet als die tiefer gelegenen Ortschaften im Wiedtal. Daher wurden die Boote in Fernthal stationiert, um von dort aus Rettungsmaßnahmen einzuleiten.
Mit der Anschaffung moderner Ausrüstung allein ist es jedoch nicht getan. Im Ernstfall müssen Handgriffe sitzen, Abläufe funktionieren und die Einsatzkräfte mit dem Material sicher umgehen können.
Aus diesem Grund führte die Freiwillige Feuerwehr Fernthal am Samstag, dem 22. August 2026, eine umfangreiche Übung durch. Im Mittelpunkt stand dabei der praktische Umgang mit den Rettungsbooten und die Vorbereitung auf mögliche Einsatzszenarien bei Hochwasser und Überschwemmungen.
Pünktlich um 15.00 Uhr machten sich die Feuerwehrleute mit zwei Einsatzfahrzeugen vom Gerätehaus auf den Weg zum Manrother See.

Der idyllische See bot eine wunderschöne Kulisse.

Mit vereinten Kräften wurden die Boote abgeladen, vorbereitet und zu Wasser gelassen.

Da sich zur gleichen Zeit Mitglieder einer Koblenzer Tauchschule im Gewässer befanden, verzichtete die Feuerwehr aus Sicherheitsgründen zunächst auf den Außenbordmotor und ruderte über den See.

Nach Absprache wurde der Außenborder dann doch noch in Betrieb genommen.

Dann ging es wieder an Land und die Boote wurden aus dem Wasser geholt.

Zurück am Gerätehaus wurde das eingesetzte Material kontrolliert, gereinigt, gewartet und anschließend wieder an seinem vorgesehenen Platz verstaut.

Um 18.00 Uhr war Übungsende!
Die Feuerwehrkameraden blicken auf eine Übung zurück, die nicht nur lehrreich war, sondern bei der alle Beteiligten sichtlich Spaß hatten. Besonders erfreulich war zu sehen, mit wie viel Engagement sich so viele junge Menschen ehrenamtlich für die gute Sache einsetzen.

Felix Rüth, Stefan Wagner, Niklas Weber, Marc Reimann, Simon Bonitz, Julian Weber, Michael Gerressen;
Mia Grüber, Michael Grüber, Anne Küthe, Hans-Peter Kornab, Marc Breithausen
Während der Übung wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig der sichere und routinierte Umgang mit dem Gerät ist – insbesondere dann, wenn es nicht täglich zum Einsatz kommt. Denn im Ernstfall bleibt keine Zeit zum Nachdenken: Jeder Handgriff muss sitzen, damit schnell und sicher gehandelt werden kann.
Auf Satellitenbildern wird deutlich, wie eng Ahrtal und Wiedtal geografisch beieinanderliegen.
Gerade diese unmittelbare Nähe macht bewusst, welch großes Glück unsere Region im Jahr 2021 hatte. Zugleich unterstreicht sie, wie wichtig gezielte Maßnahmen im Katastrophenschutz und in der Soforthilfe sind.

